Die meisten Menschen kaufen Olivenöl, ohne groß über die Verpackung nachzudenken. Das Öl drin ist wichtig, die Flasche drum herum ist egal – so die gängige Annahme. Dabei macht die Verpackung einen messbaren Unterschied darin, wie gut das Öl seine Qualität behält.
Drei Faktoren schädigen Olivenöl am stärksten: Licht, Sauerstoff und Wärme. Wie gut eine Verpackung diese Einflüsse fernhält, bestimmt maßgeblich, wie frisch das Öl beim Öffnen noch ist – und wie lange es nach dem Öffnen gut bleibt.
Die klare Glasflasche
Die schlechteste Option in puncto Lichtschutz – und trotzdem eine der häufigsten. Klares Glas lässt praktisch das gesamte Lichtspektrum durch, einschließlich der UV-Anteile, die die Oxidation von Aromastoffen und Fettsäuren beschleunigen.
Warum wird sie trotzdem so oft verwendet? Weil das Öl sichtbar ist. Die goldene oder grüne Farbe des Öls wirkt einladend. Aus Marketingperspektive macht das Sinn. Aus Qualitätsperspektive ist es die ungünstigste Wahl – zumindest wenn die Flasche im Regal steht und Licht ausgesetzt ist.
Wer Olivenöl in klaren Flaschen kauft, sollte es unbedingt dunkel lagern – in einem geschlossenen Schrank, nicht offen auf dem Küchenbord.
Die dunkle Glasflasche
Grünes oder braunes Glas filtert einen großen Teil des sichtbaren Lichts und besonders der schädlichen UV-Strahlung heraus. Das ist deutlich besser als klares Glas und der Standardkompromiss bei vielen hochwertigen Olivenölen.
Der Vorteil: Das Öl ist noch teilweise sichtbar, die Flasche ist luftdicht verschließbar, Glas nimmt keine Fremdgerüche auf und ist chemisch inert – es gibt also keine Wechselwirkungen zwischen Verpackungsmaterial und Öl.
Der Nachteil: Glas ist schwer, zerbrechlich, und bietet keinen vollständigen Lichtschutz. Bei direkter Sonneneinstrahlung über längere Zeit schützt auch dunkles Glas nur begrenzt.
Die Metalldose (Blechdose)
Aus reiner Schutzperspektive ist die Metalldose die beste Option für Olivenöl. Sie blockiert Licht vollständig, ist gut gegenüber Sauerstoff abdichtbar und hält die Temperatur etwas gleichmäßiger als Glas.
Hochwertiges Olivenöl aus Griechenland, Spanien und Italien wird traditionell oft in Blechdosen abgefüllt – das ist kein Zufall. Die Produzenten wissen, dass das Öl darin besser geschützt ist.
Der einzige praktische Nachteil: Man sieht den Füllstand nicht. Und einmal geöffnet, ist eine Dose schwieriger wieder vollständig luftdicht zu verschließen als eine Flasche mit Schraubverschluss.
Der Kanister
Große Kanisters – oft aus beschichtetem Metall oder dunklem Kunststoff – sind die wirtschaftliche Lösung für größere Mengen. Ein Fünf-Liter-Kanister aus Metall bietet grundsätzlich guten Lichtschutz.
Das Problem ist die Menge: Sobald der Kanister geöffnet ist und das Öl verbraucht wird, nimmt das Luftvolumen im Inneren zu. Je mehr Luft über dem Öl steht, desto schneller oxidiert es. Wer einen Kanister kauft und ihn über Monate hinweg leert, verliert am Ende an Qualität – auch wenn die Verpackung selbst gut ist.
Kanisters eignen sich am besten für Haushalte mit hohem Olivenölverbrauch, die den Inhalt innerhalb weniger Wochen nach dem Öffnen verbrauchen. Wer das Öl portionsweise in eine kleinere Flasche umfüllt und den Kanister gut verschlossen lagert, bekommt das Beste aus beiden Welten.
Was wirklich entscheidet
Die beste Verpackung nützt wenig, wenn das Öl danach falsch gelagert wird. Eine dunkle Glasflasche in einem geschlossenen Küchenschrank bei 14 bis 18 °C ist besser als eine Metalldose, die offen auf dem beleuchteten Küchenregal neben dem Herd steht.
Verpackung und Lagerung gehören zusammen. Mehr dazu, wie man Olivenöl unabhängig von der Verpackung optimal lagert, steht im Artikel Olivenöl richtig lagern.
